Speisenplan für die Schulspeisung

Vor- und Nachkriegszeit

Ab 1933 traten viele neue Verordnungen in Kraft. Während früher die Schulleitung auf mehr Kollegialität abgestimmt war, herrschte jetzt ein autoritärer Führungsstil.
Laut Erlass von 1938 mussten die Schulen verschiedene Sammlungen durchführen. Es wurde fast alles gesammelt:
Knochen, Altpapier, Eicheln und Kastanien, Heilkräuter, Hagebutten und Ähren. Diese Sammlungen gab es auch noch während des Krieges und nach dem Krieg.

Ähren sammeln

Kastanien sammlen

Mit Beginn des Krieges am 1. September 1939 wurden auch drei Lehrkräfte zum Wehrdienst einberufen. Die Stundentafel musste rigoros gekürzt werden. Aber trotz Überstunden der verbliebenen Lehrkräfte und 300 Stunden einer Hilfskraft, fielen über 1000 Unterrichtsstunden aus.
1941 startete das Schuljahr zum ersten Mal im Sommer und zwar mit 62 Lernanfängern, so dass zwei Klassen gebildet werden mussten. Dieser Trend sollte sich fortsetzen, denn ab 1943 kamen immer mehr Kinder, die wegen der vielen Bombenangriffe auf das Ruhrgebiet, das Rheinland und Hannover evakuiert worden waren, nach Steinhude.
Es ergab sich die Notwendigkeit fast alle Klassen zu teilen. 380 Schüler besuchten jetzt die Schule.
Von April 1944 bis März 1945 nahm die Anzahl der Fliegeralarme Tag für Tag zu. Bislang war Steinhude jedoch von Bomben verschont worden. Lediglich zwei Häuser wurden beim Einmarsch der Engländer in Steinhude am 7. April 1945 von Brandbomben schwer beschädigt.

Die Nachkriegszeit

Nach Beendigung des Krieges fand bis zum Jahresschluss kein Unterricht statt. Obwohl die Schule von Truppen belegt war, hatten die Gebäude und die Inneneinrichtung keinen wesentlichen Schaden erlitten, so dass im Januar 1946 der Lehrer H. Pöhler den Unterricht in der Unterstufe wieder aufnehmen konnte. Der Unterricht in der Oberstufe begann jedoch erst am 20. März 1946.
Ostern 1946 wurde 147 Kinder eingeschult.
Die Klasse 1 a hatte 69 Schüler, in der Klasse 1 b drängelten sich sogar 78 Schüler. Und die Schülerzahl wuchs immer noch durch die vielen Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten. Im Jahre 1949 erreichte sie ihren Höchststand mit 660 Schülern in 17 Klassen. Diesen 17 Klassen standen jedoch nur sieben Klassenräume zur Verfügung.
Aus diesem Grund fand Unterricht von morgens 7.00 bis nachmittags 16.00 Uhr statt. Außerdem wurden Kurzstunden eingeführt, aber auch so konnte nur 70 % des Unterrichts erteilt werden.

Eine Schulklasse 1949 mit etwa 45 Kindern

Zeichenunterricht im Freien vor der Turnhalle

Ein weiteres großes Problem betraf den schlechten Gesundheitszustand der Schulkinder. Ein Drittel der Kinder war unterernährt. So entschloss man sich im Februar 1948 zur Einführung der Schulspeisung (Hoover-Speisung, nach dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten benannt, der der Initiator dafür war). 1950 konnte die Schulspeisung eingestellt werden.

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