Einschulung und Unterricht damals

Einschulung 1926 mit Lehrer Köpper und Else Rödemeier als Schülerin.

Eine alte Steinhuderin, Else Bühmann geb. Rödemeier, geboren 1920 und eingeschult 1926 in die Volksschule Steinhude, hat uns von ihrer Schulzeit erzählt:

„An meinem ersten Schultag sagte meine Mutter zu mir: „Hier Tornister auf den Nacken und los, du weißt ja, wo die Schule ist, du hast schließlich immer mit Dora Rintelmann gespielt und die wohnt genau neben der Schule."
Meine Eltern hatten nämlich etwas Besseres zu tun, sie mussten Kartoffeln pflanzen.

Und so marschierte ich alleine los. Als ich an der Schule ankam, da standen viele Mütter mit ihren Kindern an der Hand und ich war ganz allein. Ich stellte mich ganz bescheiden an den Zaun und wartete darauf, dass es losging. Mein zukünftiger Lehrer, Herr Köpper, sah mich und fragte: "Na, willst du auch in die Schule und wie heißt du denn?"
„Else Rödemeier", antwortete ich.
Als es dann endlich klingelte, stellten wir uns zu zweit auf und gingen in die alte Schule, rechts den Flur entlang in die Klasse zur Hesternseite. Herr Köpper verteilte an alle ein paar Bonbons, Zuckertüten gab es noch nicht, und dann bekamen wir unsere Plätze dem Alter nach. Die Jungen saßen an der Innseite, die Mädchen an der Fensterseite.
Und so kam es, dass ich mit Grete Wulf in einer Bank saß. Grete hatte ja am 19. und ich am 11. April Geburtstag. Wir haben acht Jahre lang immer neben einander gesessen.

Morgens wurde als erstes gebetet, dann mussten wir die Hände vorzeigen, ein sauberes Taschentuch, geputzte Schuhe, einen nassen Schwamm und einen trockenen zum Nachputzen der Schiefertafel, auf der mit einem Griffel geschrieben wurde.
Eines Tages musste unser Lehrer, Herr Köpper, mal den Raum verlassen und sagte zu Fräulein Strietzel, die in der Nebenklasse unterrichtete, sie möge uns mit beaufsichtigen. Auf dem Schulhof, genau neben unserem Fenster, hatten die Mädchen aus der
Oberklasse Turnen, und zwar Keulenschwingen. Das war so schön anzusehen, dass Grete Wulf und ich aufstanden und zum Fenster liefen.
In diesem Moment kam Fräulein Strietzel herein. Und nun klingelte es, und wir mussten in die Pause. Da stand Fräulein Strietzel und sagte: „ Zeigt mal eure Hände her." Dann haute sie uns mit dem Rohrstock auf die Finger, nur weil wir aus dem Fenster geguckt hatten.
Das waren meine einzigen Schläge in acht Jahren, mehr habe ich nicht gebraucht. Und dann noch von Fräulein Strietzel, das war ja so eine nervöse Lehrerin.
Die Kinder, die bei ihr Schule hatten, die waren alle nervös.
Meine Nachbarin Trude Heidorn, die hat vier Jahre bei ihr gehabt, die war aber bald so wie Fräulein Strietzel, so`ne olle Fimmeltante."

Sport und Wettkampf

Auch damals wurde schon viel Wert auf Sport oder Leibesübungen, wie es früher hieß, gelegt.

Da es erst ab 1935 eine Turnhalle gab, turnte man im Sommer auf dem Schulhof, im Winter im Saal der Gaststätte „Zur Post" (Branning). Else Bühmann erzählte, dass der Lehrer Brauns am Meer einen kleinen „Galgen" mit einer Halterung hatte aufbauen lassen. Hier sollten die Schüler schwimmen lernen. Verschiedene Klassen fuhren auch schon nach Wunstorf in die Badeanstalt, und manchmal marschierten sie zum Turnunterricht zum Steinhuder Strandbad.

Baden in Wunstorf

Sportunterricht 1936 im Strandbad Steinhude

Regelmäßig fanden Reichssportwettkämpfe, an denen auch die Nachbarschulen aus Großenheidorn und Hagenburg teilnahmen, statt. Die Volksschule Steinhude schnitt dabei fast immer hervorragend ab.

Willi Wiegmann 1938

Hilde Kording geht durchs Ziel

Start zum 60m Lauf

Ausflüge und mehr

Natürlich fanden auch immer viele Veranstaltungen statt, wie Theateraufführungen, bunte Abende und Handarbeitsausstellungen. Bei diesen Veranstaltungen kam soviel Geld zusammen, dass im Jahre 1935 davon ein Klavier gekauft werden konnte.
Jedes Jahr gingen die Klassen auf Wanderschaft. Fahrten zum Weißen Berg, zum Matteschlösschen oder zur Porta Westfalica waren angesagt. Auch gab es Landschulheimaufenthalte, so zum Beispiel im Harz.

Viertägige Harzwanderung 1939

Ausflug zum Weißen Berg

An der Porta Westfalica

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